Wir empfehlen beim Jogggen oder Spazierengehen das JESUS-GEBET
Die Diözesansportgemeinschaft St. Pölten (DSG) setzt einen neuen Impuls für Körper und Geist: Sie empfiehlt eine jahrhundertealte meditative Praxis, die sich gut in den modernen, aktiven Lebensstil integrieren lässt. Wer sich in der Natur bewegt – sei es beim täglichen Spaziergang, beim Laufen, Wandern oder anderen sportlichen Aktivitäten –, kann die Bewegung mit dem sogenannten Jesus-Gebet kombinieren. Diese Form des Betens verbindet den Rhythmus des eigenen Körpers mit einer tiefen spirituellen Erfahrung.
Ein jahrhundertealter Schatz für den modernen Alltag
Das Jesus-Gebet (oft auch als „Herzensgebet“ bezeichnet) hat seine stärkste Tradition in den orthodoxen Ostkirchen, seine Wurzeln reichen jedoch weiter zurück. Es basiert auf dem Prinzip der ständigen Wiederholung kurzer, gläubiger Anrufungen. Der Name Jesu wird dabei mit kurzen Attributen oder Bitten verbunden, die entweder ganz leise gemurmelt oder völlig lautlos im Geist gesprochen werden.
Der Kremser Sportpfarrer Franz Richter, Geistlicher Assistent der DSG, und der DSG-Vorsitzende Sepp Eppensteiner sehen in dieser Praxis eine wunderbare Brücke für Menschen von heute: Sie ermöglicht es, die körperliche Anstrengung und das Naturerlebnis mit einer geistlichen Besinnung zu verknüpfen – es eignet sich aber auch für einfache Spaziergänge.
Vom biblischen Hilferuf zum persönlichen Herzensgebet
Der historische und theologische Kern dieser Praxis geht auf eine berühmte Heilungsgeschichte des Neuen Testaments zurück. Im Markusevangelium (Mk 10,47) ruft der blinde Bartimäus am Straßenrand verzweifelt aus: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“
Dieser klassische Satz bildet das Fundament. Das Schöne an dieser Meditationsform ist jedoch ihre Flexibilität: Der biblische Hilferuf kann beim Gehen oder Laufen ganz an die eigenen Lebensumstände und die persönliche Verfassung angepasst werden. Die Worte orientieren sich am Atem- oder Schrittrhythmus.
Inspirationen für den eigenen Weg:
- Für Vertrauen und Gegenwart: „Jesus, Du bist da.“
- Die klassische Bitte: „Jesus, erbarme Dich meiner.“
- Für Geborgenheit: „Jesus, Du liebst mich.“
- Für Orientierung: „Jesus, Du berufst mich.“
- Für die Welt und das Umfeld: „Jesus, schenke Frieden.“
- Für schwere Phasen: „Jesus, gib mir Kraft.“
Kraftquelle Natur: Ideal für Sportler und Spaziergänger
Das Gebet passt sich wie von selbst an die Schritte oder das Ein- und Ausatmen an. Nach einer gewissen Zeit der Wiederholung verlagert sich das Gebet vom Kopf in das „Herz“ – es wird zu einem automatischen, beruhigenden Begleiter. Der Geist kommt zur Ruhe, das Gedankenkarussell des Alltags stoppt und die Wahrnehmung der Natur wird intensiver.
Sportpfarrer Richter und DSGÖ-Vorsitzender Eppensteiner sind von der Wirkung überzeugt und laden dazu ein, es einfach selbst auszuprobieren: „Es ist eine zutiefst meditative Praxis. Sie eignet sich für die Bewegung im Freien und in der Natur wirklich hervorragend, um die eigene Mitte wiederzufinden und Gott im Hier und Jetzt zu begegnen.“
