Österreichs Kirchensportler: Fantastische WM mit 3 Aber …

Die Diözesansportgemeinschaft Österreichs (DSGÖ) gratuliert „dem würdigen Weltmeister“ Spanien nach einer großartigen Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und USA. Die Kirchensportler wünschen den Fans von Spanien viel Freude beim Feiern, ihre Mannschaft habe über Strecken „gezaubert“ und wunderbarsten Fußball gespielt. Österreich habe Pech gehabt, ausgerechnet gegen die Finalisten Argentinien und Spanien so bald spielen zu müssen. Es seien insgesamt fantastische Spiele gewesen, die Aufstockung habe sich für die Fußballfans und die teilnehmenden Länder ausgezahlt. Das Turnier sei auch völkerverbindend gewesen, von Ausschreitungen ist fast nichts bekannt. Hier wurde der Fußball zum König.

Es habe auch gezeigt: Sport könne Menschen verbinden, unabhängig von Herkunft, Sprache oder Religion. Die DSGÖ hebt auch das Fair Play hervor: Werte wie Ehrlichkeit, Respekt, Disziplin und Teamgeist stimmen mit vielen religiösen Ethiken überein. Was Sepp Eppensteiner, Vorsitzender der DSGÖ besonders freut: „Viele gläubige Sportler verstehen ihr Talent als Gabe Gottes und danken öffentlich dafür – auch wenn der Weltfußballverband FIFA das nicht gerne sieht.“ Auch in Österreich habe es hervorragende Kombinationen von Fußball und Religion gegeben, bei denen der „aufgelegte pastorale Elfer“ genutzt worden ist: etwa beim Public Viewing in einer Horner Kirche oder bei „Fußballgottesdiensten“ in Opponitz, Krems und Graz.

Dennoch – und das ist das erste Aber – hätte die WM ein Ausrufezeichen für den Frieden werden können, ja müssen, so Sepp Eppensteiner, Vorsitzender der DSGÖ. Eine derart wichtige Veranstaltung hätte zum Appell führen müssen, die Kriege dieser Welt zu beenden. Davon sei kaum etwas zu hören gewesen, mit Ausnahme von Papst Leo XIV.

Weiters sei die WM massiv kommerzialisiert worden. Dies zeige sich in den Trinkpausen, in denen nun Werbung gemacht werden kann. Und diese Unterbrechungen sind offensichtlich gekommen, um zu bleiben. Aber vielleicht gewöhnen sich die Fans positiv daran, so Eppensteiner. Sport sei aus religiöser Sicht ein gutes Gut – solange er dem Menschen dient und nicht zum Selbstzweck oder „Ersatzgott“ wird.

Ein Desaster sei außerdem die Rücknahme einer Roten Karten für einen US-Spieler – laut Medienberichten nach einer Intervention von US-Präsident Donald Trump bei der FIFA. Das habe den Fußball in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt, denn Neutralität habe bislang den Fußball als Wert an sich ausgezeichnet.

Foto: Michael Semmelmeyer, Kapitän der Priesternationalelf und Kaplan in Perchtoldsdorf, und Sepp Eppensteiner, Vorsitzender der Diöezsansportgemeinschaft Österreich.